Leitung:
Thomas Krefeld | Stephan Lücke | Stefan Sienerth
Transkription:
Grete Klaster-Ungureanu | Horst Schuller | Johannes Sift | Ute Maurer
Verfügbare Optionen
Dieses Portal macht eine sehr umfangreiche Tondokumentation siebenbürgisch-sächsischer Dialekte zugänglich; dabei handelt es sich insgesamt um über 350 Stunden gesprochener Sprache aus ca. 250 verschiedenen Ortschaften, gespeichert in insgesamt 2212 Audiodateien. Dieses einzigartige, bislang unveröffentlichte Material wurde im wesentlichen in den späten 60er und frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von Sprachforschern verschiedener rumänischer Universitäten (Bukarest, Hermannstadt, Klausenburg) erhoben und auf Tonbändern aufgenommen; daraus wurden die digitalen Versionen (in den Formaten ‘wav’ und ‘mp3’) mit durchweg guter akustischer Qualität erstellt, die hier nun in akustischer Form abgerufen werden können. Die Dokumentation umfasst unterschiedliche Erhebungsstrategien und Diskursformen: Einerseits wurden in den meisten Orten die berühmten, geradezu ‘klassischen’
Wenker-Sätze der germanistischen Dialektologie abgefragt; andererseits sind auch Märchen, Lieder und – vor allem – zahlreiche, mehr oder weniger freie Erzählungen vertreten. Deshalb werden neben sprachwissenschaftlichen auch ethnographische und zeitgeschichtliche Interessen bedient. Mit dem sehr unterschiedlichen Alter der Informanten kommt eine weitere Dimension der Variation ins Spiel, die ebenfalls bereits gezielt angesteuert werden kann.
Perspektive
In den kommenden Jahren (2010-2013) wird ein repräsentativer Teil des Materials in digitaler Form (mit dem Programm Praat) transkribiert und gleichzeitig sprachwissenschaftlich annotiert, so dass es möglich wird, alle erfassten Formen zu suchen und in ihren jeweiligen syntaktischen Kontexten zu belegen.
Schließlich wird den Nutzern des Portals in mediengerechter Konsequenz eine Möglichkeit gegeben, die Dokumentation um weitere Orte, Sprecher und womöglich die Kontaktsprachen Rumänisch und Ungarisch zu ergänzen.
Das Projekt wird gefördert vom
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.